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Mein (schon wieder verschwundener) Alltag

Autor: LauraMonpetain | Datum: 22 November 2017, 17:47 | 0 Kommentare

Hallo ihr Lieben!

Das ist jetzt auch wirklich der letzte Eintrag für heute! Aber ich dachte mir, jetzt lade ich auch noch den letzten vorgeschriebenen hoch. Sonst vergesse ich es wieder und "schwupps" sind Monate vergangen...

Ich habe mir überlegt, ich berichte Euch mal etwas von "meinem Alltag", wenn ich ihn den so überhaupt nennen durfte. Dieser hat sich jetzt auch schon wieder geändert, weil die langen Ferien begonnen haben.

 

Also laut meinem Stundenplan sollte ich um 7.20 Uhr an der Schule sein. Allerdings ist dann meistens noch nicht mal eine der zwei Lehrerinnen da. Daher habe ich dies jetzt zu meiner "persönlichen und offenen Ankommensphase" getauft. Je nachdem wie früh ich aufstehe, bin ich dann um 20 nach da oder auch erst um halb. Aufstehen war geplant für 6.30 Uhr. Das hat nur leider schon am ersten Tag nicht geklappt. Eigentlich steh ich jetzt immer so zwischen 6.45 Uhr und 6.55 Uhr auf. (Bei Letzterem muss ich aber wirklich den "Turbo-Gang" anstellen, um noch einigermaßen pünktlich in der Schule anzukommen.) Zum Frühstück esse ich meistens leckeres, süßes Brot. Manchmal gibt es dazu Avocado, ein Ei, etwas Zimt oder auch Schokocreme. (Die Schokocreme konnte ich mir bei Chantal in Rubengera kaufen und sie ist wirklich himmlisch und nicht allzu teuer, im Gegensatz zu Nutella!) Mein Schulweg ist keine fünf Minuten lang, weswegen das mit meinem Zeitplan auch gut hingehauen hat.

Am Anfang, wenn die meisten Kinder da sind, singen wir oft. Ein paar Lieder durfte auch ich schon beibringen. (Wer gute englische oder französische Kinderlieder kennt, ich bin offen für alles.) Dann werden die Kinder meistens in zwei Klassen aufgeteilt. Die "Babys" (, alle zwischen drei und vier Jahren) und die "Älteren" (, die sind fünf oder sechs Jahre alt). Ich unterstütze dann immer in einer der beiden Klassen und übernehme u.a. kleine Unterrichtseinheiten, wie "big or small" oder helfe den Kindern beim Schreiben. (Richtig gelesen, in diesen jungen Jahren, lernen die Kinder hier schon richtig schreiben und rechnen. Das hat mich zu Beginn auch echt überrascht. Aber es ist noch nicht so strikter Unterricht, wie dann wohl später in der "Primary und Secondary School".) Gegen 10 Uhr ist dann Pause. Erst trinken die Kinder ihren mitgebrachten Porridge und dann geht es nach draußen, zum spielen. Das ist für mich immer die schönste Zeit, weil ich es liebe mit den Kindern herumzualbern, herumzurennen (oder auch vor ihnen wegzurennen), Klatschspiele zu spielen und und und... Danach geht es mit dem Unterricht, noch bis 11.40 Uhr, weiter. In diesem Teil lese ich öfter mal ein Buch vor. Damit die Kinder es verstehen natürlich auf Kinyarwanda. Daran, ob sie es dann tatsächlich auch verstehen, habe ich aber so meine Zweifel. Mein Kinyarwanda ist nämlich noch sehr ausbaufähig. Dann geht es auf nach Hause. Hier koche ich dann mein Mittagessen, wasche oder tue sonstiges Zeugs, je nachdem, wann die nächste Stunde in der "Secondary School" beginnt. 

In der "Secondary School" habe ich insgesamt sieben unterschiedliche Klassen. Alle drei Klassen in Senior 2, die beiden Klassen in Senior 3 und je in Senior 4 und Senior 6, die Klasse mit der Richtung "EKK". (Genaueres zur Schule und was genau das mit den Richtungen bedeutet, schreibe ich ein anderes Mal.)

Ich hatte ja schon berichtet, dass ich da alleine unterrichte, bzw. ja nicht wirklich unterrichte, sondern mit den Schülern vor allem ins Gespräch kommen soll. Meine Ideen für die Gestaltung der Stunden hielten sich aber sehr in Grenzen, sodass ich froh war, "Die Bremer Stadtmusikanten" auf Englisch dabei zu haben. Das füllte dann die ersten Stunden, nachdem ich mit Vorstellung und Namensliste fertig war. Und ja ich muss zugeben, ich habe wirklich fast das selbe mit jeder Klasse gemacht, aber es wurde trotzdem im jeder anders. So manches Mal dachte ich mit aber auch: "Oh Gott Laura, was erzählst Du hier eigentlich gerade für nen Schrott?" Aber irgendwie wurde dann doch in jeder Stunde was gemacht. In wie weit das wirklich produktiv war, ist dann aber eine andere Frage.

Wahrscheinlich wäre es um einiges nervenaufreibender geworden, wenn die Schüler, ich wiederhole mich, nicht so klasse wären! Dadurch hat es mir echt Spaß gemacht vor allem nach den Stunden war es sehr amüsant. Wenn wir z.B. Fotos gemacht haben, wo dann aus irgendeinen, mir nicht erschließbaren Grund, ein Regenschirm mit drauf war oder ich "live", bei einer von ihnen nachgespielten Show, zugucken durfte. (Ich habe nichts verstanden, aber es war unendlich witzig! Vor allem als plötzlich der Schulleiter im Raum stand und alle, außer eine, sich hingesetzt hatten, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Die vorne stehen geblieben war, hat sich dann auf Englisch vorgestellt. Dann erst hatte ich kapiert, dass sie wohl eigentlich gerade lernen sollten und habe ihre dann daraufhin eine Frage gestellt. Dadurch dachte der Schulleiter, dass ich noch im Unterricht sei und hat sich schnell wieder verabschiedet.)

Seit einem knappen Monat, habe ich allerdings keinen Unterricht an der "Secondary School" mehr, da erst Examen geschrieben wurden und sie seit dem schon frei haben. In der "Nursery School" wurden etwas später ebenfalls kleine Examen geschrieben, jedoch in abgeschwächter Form. Neben Schreiben und Rechnen mussten sie auch u.a. Lieder vorsingen. Sie alle mussten nur noch einmal letzten Freitag zur Schule, um ihre Zeugnisse abzuholen und dann waren sie offiziell in ihre wohlverdienten Ferien entlassen. 

Normalerweise habe ich nach der Schule sonst unterschiedliche Leute besucht oder bekam selbst Besuch. Der Chor ist zu meinem Highlight in der Woche geworden, zu dem ich jeden Mittwoch und Freitag gehe. Besonders schön ist auch, dass vorher oft ein paar Mädels aus dem Chor vorbei kommen. Der Chor heißt "Power of God" und ist von den Mitgliedern her völlig durchmixt. Im Durchschnitt sind die meisten aber zwischen 15 und 30 Jahre alt, würde ich so zumindest einschätzen.

Am Wochenende steht auch meist immer etwas an. Sei es eine Hochzeit, ein Besuch bei anderen Freiwilligen oder eine "Wahlpsrty". Mit der Ausnahme des vorletzten Wochenende, wo ich nur den Gottesdienst besucht habe, gab es noch keins ohne Programm. (Ich versuche in einem der nächsten Einträge mal über meine Highlights zu schreiben, weil ich doch schon so einiges erleben durfte...)

Letzte Woche habe ich z.B. spontan die Chantal besucht, weil das die Woche war, in der keine Schule stattfand, selbst nicht in der "Nursery School" und ich mich dann doch ziemlich gelangweilt habe. So bekam ich die Chance mal einen Blick auf ihre Schule werfen zu können, auch wenn dort leider auch nicht allzu viel los war, weil, wie auch bei mir, nicht mehr richtig unterrichtet wurde. 

Das Wochenende verbrachte ich dann in Kigali, wo ich etwas "Weihnachtsfeeling" bekommen habe, weil wir nach dem Freiwilligen-Empfang der Deutschen Botschaft, am Samstag den deutschen Weihnachtsmarkt, besucht haben.

Ein paar sehr schöne Tage liegen also hinter mir! Mein Ferienprogramm hat diese Woche gestartet und ich bin sehr gespannt, wie es sich entwickelt und was sonst noch so bei mir passiert!

Jetzt ist dann auch erstmal Schluss. Ich versuche mich aber, in nicht allzu langer Zeit wieder zu melden!

Bis dahin wünsche ich Euch allen, dass ihr die schöne Vorweihnachtszeit, mit nicht zu viel Stress, genießen könnt!

Viele liebe Grüße, aus dem gerade regnerischen Ruanda und bis bald!

Eure

Laura (Hier nur "Laula" genannt, falls ich es Euch noch nicht geschrieben hatte...)

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