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Schule, Einkaufen und die erste Chorprobe

Autor: LauraMonpetain | Datum: 22 November 2017, 14:59 | 0 Kommentare

Mwiriwe!

Heute komme ich endlich dazu, mit meinen Blogeinträge etwas aufzuholen.                                                                                     Also: Mein vierter Blogeintrag...

 

Nach meiner ersten Nacht alleine, ging es morgens endlich zum Einkaufen. Dieses Mal aber zusammen mit meiner Mentorin Sister Marie-Jeanne. Sie hat mir die "Congo-Street", die Straße, wo ich die meisten Läden finden kann, genauer gezeigt. Hier konnte ich all die wichtigen Dinge, wie Reis, Mehl, Kartoffeln oder Zucker kaufen. (Vor allem der Zucker ist hier im Besonderen wichtig. Viele mischen in ihren Tee immer mindestens zwei gehäufte Teelöffel. Mindestens! Sehr komisch werde ich dann oft angeguckt, bei meiner Menge Zucker im Tee: kein halber Teelöffel.)

Am Sonntag (, den 10.09.,) war ich das erste Mal "bei mir" im Gottesdienst. Dieser war überraschend kurz! Er ging nur so ungefähr 2,5 Stunden. Wobei es für mich dann doch über drei Stunden wurden, weil ich noch zum Abendmahl geblieben bin. Innerhalb des Gottesdienstes habe ich mich vorne vorgestellt. Es gab mir echt ein schönes Gefühl, dies auf Kinyarwanda tun zu können. (Hierfür ein "großes Danke" an Angelique, für den tollen Sprachkurs! ) Meine Vorfreude für den Montag wurde dann immer größer, weil dies mein erster, richtiger Arbeitstag werden sollte. (Ich konnte es selbst kaum glauben, ich freute mich auf einen Montag. Einen MONTAG?!)

Morgens hatte ich schon Angst zu spät zu kommen. Diese Angst war aber völlig unbegründet, weil als ich ankam, noch niemand da war. Ich wurde dann etwas später, von den zwei "Nursery School" Lehrerinnen sehr nett begrüßt. (Übrigens habe ich jetzt herausgefunden, dass man "Nursery" schreibt und nicht, wie ich es zuvor immer geschrieben hatte, "Narcary". Entschuldigung dafür!) Ich musste dann direkt eine Familie und noch einen Jungen in groß malen. Meine Zeichenkünste halten sich ja bekanntlich in Grenzen. Allerdings sind die Lehrerinnen begeistert. Daher habe ich in den ersten Wochen unzählige Plakate gestaltet, die jetzt das Klassenzimmer schmücken, wenn sie nicht gerade wieder herunter gefallen sind. Erstaunlicherweise muss ich zugeben, dass es mir mit der Zeit sogar Spaß gemacht hat!                                                                 In der Pause war ich wieder umringt, von all den kleinen Kindern und es kamen auch immer mehr ältere Schüler dazu. Zu Beginn war das ein eigenartiges Gefühl. Nachdem aber ein Gespräch entstanden war, verschwand es schnell und es wurde sehr witzig. Vor allem, weil ich dann all meine Kinyarwanda Sätze rausgehauen habe, die ich aber noch nicht allzu richtig aussprach.                

Nach der "Nursery School" aß ich Zuhause und meine Küchenausstattung wurde etwas verkleinert. Der Haushälterin war nämlich aufgefallen, dass ich die "Servier-Töpfe" zum kochen benutze. Das geht natürlich nicht und jetzt habe ich zwar nicht mehr allzu viel, jedoch steht dafür halt auch weniger rum. (Die Haushälterin kocht normalerweise für die Gäste, da ich mich kulinarisch aber selbst verwöhne, pflegt sie jetzt vor allem den Außenbereich und macht sonst noch allerhand. Glücklicherweise konnte ich alle aber davon überzeugen, dass ich selbst kochen, meine Klamotten waschen und das Haus sauber machen kann.)                      

Nachmittags bin ich dann zur "Secondary School" (, die steht auf dem selben Gelände, wie die "Primary und Nursery School"). In der ersten Woche ist meine Mentorin mit mir noch durch alle Klassen gegangen, die ich ab der nächsten Woche dann alleine im Unterricht hatte. Die Vorstellung war jedes Mal ein kleines Highlight und hat mir großen Spaß gemacht! Die Schüler kamen auf so allerhand witzige und ungewöhnliche Fragen, wie welche Bodyloation ich benutze und ob ich verheiratet bin.

Den Mittwoch (, der 13.09,) möchte ich nochmal etwas hervorheben, weil der mir im Besonderen in Erinnerung geblieben ist:

Am Mittwoch ging es morgens das erste Mal zum Markt. In Remera Rukoma findet jeden Mittwoch immer ein gar nicht so kleiner Markt statt. Hier konnte ich dann zusammen mit meiner Mentorin etwas mehr Obst und Gemüse kaufen. Nachmittags hatte ich in der Klasse "Senior 4 EKK" eine Stunde, in der ich an meinem allerersten Tag in der Schule schon war. Deswegen hatte ich mich vorher schon gefragt, was wir (, meine Mentorin und ich,) dieses Mal machen würden. Das war eine sehr gute Frage, denn als wir vor dem Klassenraum standen, meinte sie zu mir, dass ich die Klasse ja schon kenne und daher einfach eine "Conversation" mit ihnen machen soll. ALLEINE. Plötzlich fand ich mich also, vor etwa 40 bis 50 Schülern, etwas planlos im Klassenzimmer wieder. Ja gut, dachte ich mir, dann lass dir mal schnell etwas einfallen... Ich habe mir dann überlegt, dass Ehrlichkeit bekanntlich am längsten währt und ihnen gesagt, dass ich etwas überrascht bin, mit ihnen alleine zu sein und ob sie eine Idee haben, was wir die Stunde jetzt machen könnten. Wir haben uns dann auf ein Lied geeinigt. Also habe ich den Refrain von "Let her go", weil mir das als erstes eingefallen war, einfach an die Tafel geschrieben. Ich habe ein bisschen drüber geredet und schließlich haben wir es noch gemeinsam gesungen. Danach beantwortete ich ausstehende Fragen der Schüler, über dieses und jenes. Ausversehen habe ich dann auch glatt 30 Minuten überzogen, weil ich dachte, dass der nächste Lehrer schon kommen würde. Der Lehrer kam nicht. Sie hatten danach in einem anderen Raum Unterricht. Was mir irgendwann eine Schülerin verraten hat. Ich habe aber von keinem Lehrer je was gehört, dass ich 3/4 seiner Stunde geklaut habe, also war es wohl nicht so schlimm. Alles in allem war es also wirklich eine witzige, erste, "alleinige" Stunde, da die Schüler zum Glück alle gut drauf waren (und sind)!    

Nach der "Secondary School" habe ich mich überwunden und bin alleine Brot einkaufen gegangen. Natürlich hatte der Brotladen, gerade an diesen Tag geschlossen. So lief ich etwas verwirrt, auf der belebtestens Straße des Dorfes, umher, auf der Suche nach dem Brotladen, weil ich dachte, ich hätte ihn nur nicht gesehen. Ich konnte Brot aber zum Glück, sogar zum selben Preis, in meinem sogenannten "Milch&Eier"-Laden kaufen.                                                                                                   Auf dem Rückweg habe ich drei Mädels getroffen, die auf meine Schule gehen. (Das habe ich aber nur auf Grund der Schuluniform gewusst.) Sie haben mich angesprochen und wir haben uns sehr nett unterhalten. Sie sind auch noch kurz mit zu mir nach Hause gekommen und es war wirklich witzig, obwohl es echt größere Sprachbarrieren gab. Die ganze Zeit über habe ich versucht zu erklären, dass ich gleich zu einer Chorprobe müsse, weil die Lehrerin der "Nursery School" mich dorthin eingeladen hat. Und es sollte nicht so rüberkommen, als wenn ich sie rausschmeißen würde. Außerdem habe ich mich gefragt, ob die Drei jetzt vorhin in meinem Unterricht saßen oder nicht. (Jetzt weiß ich: Sie waren vielleicht in der Stunde, sind aber definitiv in einer anderen Klasse.) Um kurz nach fünf sind wir dann in Richtung Kirche gegangen. (Die Kirche liegt keine 30 Meter entfernt von meinem Haus.) Dort erst habe ich dann verstanden, dass sie auch in dem Chor singen. Darüber war ich echt froh, weil so kannte ich bereits drei der neuen Gesichter. Alle Chormitglieder, die da waren, haben mich aber sehr freundlich aufgenommen! An dem Tag habe ich erstmal nur zugeschaut. Und ich muss sagen, der Chor ist wirklich gut und in jedem Falle besitzen vor allem die Solisten sehr schöne Stimmen! (Weil der Chor am Mittwoch bestimmt erst eine halbe Stunde nach Beginn angefangen hat zu singen, bin ich am Freitag danach, ohne Bedenken, erst zehn Minuten später da gewesen. Ich habe es bis heute nicht verstanden, wann pünktlich angefangen wird und wann nicht. Außer einmal, bin ich seit diesem Tag, aber immer auf die Minute dort gewesen, weil es mir echt unangenehm war, als ich an jenem Freitag zu spät war. War jetzt aber auch kein Weltuntergang...)

 

So oder so ähnlich sah meine erste Zeit hier aus...

Liebe Grüße

Eure

Laura

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