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Meine ersten Tage...

Autor: LauraMonpetain | Datum: 15 September 2017, 16:06 | 2 Kommentare

Muraho ihr Lieben,

my name is Laura. Laura. Laaauurraaa. Yego Laula is okay. (So liefen die Gespräche in den ersten Tagen sehr oft ab. Mit dem Ergebnis, dass ich die nächsten zwölf Monate wohl von den meisten Laula genannt werde.)

Aber alles der Reihe nach...

Auf den ersten Stress mussten wir vier Ruanda-Freiwillige nicht lange warten. Die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen waren auch morgens zwischen vier und sechs Uhr ziemlich überfüllt und da wir in unterschiedlichen Schlangen standen, die nicht das selbe Tempo besaßen, war ich doch sehr erleichtert, als das Flugzeug gestartet ist und wir, mit sehr viel Glück, auch wirklich ALLE drinnen saßen! Der zweite Flug von Amsterdam nach Kigali begann dann auch um einiges entspannter. Als wir dann abends den Flieger verließen, kam mir direkt ein ganz anderer Geruch in die Nase, was vielleicht aber auch an dem Motor des Flugzeugs gelegen haben kann. Auf jeden Fall fühlte es sich echt etwas anders an. Bei dem gefühlten endlos langen warten auf das "VISA für 30 Tage" sind mir dann doch schon die ersten Zweifel gekommen und die Frage, was ich den hier eigentlich will? Diese lösten sich dann aber umgehend in Luft auf, als wir mit dem Gepäck endlich beim Ausgang ankamen! Dort wurden wir nämlich alle soo herzlich empfangen, trotz dessen, dass sie alle bestimmt schon mindestens zwei Stunden auf uns gewartet hatten. Ich musste mich dann sehr schnell von den drei Anderen verabschieden und "schwups" saß ich schon im Auto und die Fahrt nach Remera Rukoma begann.

(Wie ich da nämlich rausgefunden habe, heißt mein Ort "Remera Rukoma", um sich abzuheben von dem Stadtteil Remera in Kigali.)

Nach einer knappen Stunde Fahrt, auf der ich meine ersten Kinyarwanda Versuche ausprobierte, kamen wir an. Die ersten Nächte sollte ich noch im Haus von Pastor Jerome wohnen und dann in mein eigenes Haus ziehen. Es gab dann noch ein spätes Abendbrot, wo ich direkt u.a. Bohnen gegessen habe. (Wer mich kennt weiß, wie ich zu Bohnen stehe, bzw. stand.) Überraschenderweise haben sie mir gar nicht so schlecht geschmeckt. 

Ach bevor ich es vergesse: Am Flughafen hathen mich Pastor Jerome, den ich schon in Wuppertal kennengelernt habe, meine Mentorin Sister Marie-Jeanne und eine Freundin von ihr abgeholt. (Ich habe schon angefangen mir eine Namensliste zu machen, weil ich kann mir echt kaum einen Namen merken. Also um ehrlich zu sein, wirklich keinen... Das muss sich schleunigst ändern!)

Am nächsten Morgen ging es direkt einmal für so fünf Stunden in einen Gottesdienst. Es war aber ein sehr besonderer Gottesdienst, weil ein Pastor neu in eine Gemeinde eingeführt wurde und das wohl auch seine erste Pastorenstelle ist. Soweit ich das verstanden habe. Netterweise hat sich die gesamte Zeit über eine Pastorin um mich gekümmert und mir teilweise auch etwas übersetzt, weil der komplette Gottesdienst auf Kinyarwanda war.

Pastor Jerome hat sich dann nachmittags für die nächsten zwei Tage von mir verabschiedet. Den Abend habe ich dann mit seiner Ehefrau, zwei von deren Kindern und zwei Freunden verbracht. Es war sehr witzig, trotz der Sprachbarrieren, denn die fünf sprechen kaum englisch und mein Kinyarwanda hält sich ja auch noch in Grenzen. 

Die nächsten zwei Tage hat meine Mentorin mich dann im Ort eumgeführt und am Dienstag konnte ich sogar schon zu der Schule, an der ich für das nächste Jahr arbeiten werde. Vormittags bis mittags war ich im Kindergarten und habe dort beim Unterricht zugeschaut und schon das Lied "Head and shoulders, knees and toes" versucht den Kindern beizubringen. In der Pause wollten sich mich alle an der Hand halten, sollten aber eigentlich zur Lehrerin rennen. So blieb mir nichts anderes übrig, als mit einer langen Reihe von Kindern an jeder Hand umherzurennen. Dem Lachen der anderen Schülern zu Folge, war das wohl ein sehr amüsantes Bild. Mittags bin ich dann das erste Mal alleine "unterwegs" gewesen, weil ich alleine zum Mittagessen nach Hause gehen sollte. Nun ja, dass war dann auch vorerst das letzte Mal, dass ich alleine gegangen bin. Denn ich war so überrascht, von der riesigen Menge von Kindern, die mich umringt hat, dass ich glatt an meiner Straße vorbei gelaufen bin. In dem Moment, in dem mir das dann auch aufgefallen ist, hörte ich schon "Laula" und sah meine Gastmutter, die mich aus der Menge zog und mich nach Hause brachte. Nachmittags wurde ich dann von Mado, die im Haus arbeitet und mit der ich mich gut verstehe, zur Schule gebracht. Dort wusste aus irgendeinem Grund auch schon gefühlt jeder Bescheid, dass ich mich "verlaufen" hatte und allesamt fanden es ziemlich witzig. Ich bin dann mit meiner Mentorin, die auch eine Lehrerin an der Schule ist, erst in zwei Grundschulklassen gegangen. (Die Grundschule geht hier sechs Jahre.) Allerdings war es mit der Verständigung etwas schwer, sodass wir nicht allzu lange blieben. Lange blieben wir dann aber in einer vierten Klasse der Secondary school. Die Schüler haben ungefähr mein Alter und es war sehr lustig sich mit ihnen zu unterhalten und ihre Fragen zu beantworten. Wir alle schienen sehr viel Spaß in der Stunde gehabt zu haben und umso erfreuter war ich, als meine Mentorin mir später den Stundenplan für die Secondary school, wo ich immer nachmittags sein würde, gemacht hat und diese Klasse auch drauf stand! 

Nach der Schule haben wir noch einen kurzen Abstecher zu dem Kinderchor gemacht. Am Abend war dann auch Pastor Jerome wieder da und ich konnte ihn endlich fragen, ob es okay wäre, wenn ich für die nächsten Tage mit meiner Mentorin nach Rubengera reisen würde, um bei ihrer großen Feier dabei zu sein. (Meine Mentorin ist eine Sister und in Rubengera ist der Standort ihrer Community, wo die meisten Sisters leben.) Er erlaubte mir dies und so hieß es für mich am Abend wieder Rucksack packen. ( Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was es für eine schlechte Idee gewesen war, meinen großen Reiserucksack zu nehmen.)

Am nächsten Morgen ging es dann los...

Tut mir übrigens Leid, dass erst so spät mein erster Blogeintrag kommt, aber ich habe echt keine Zeit gefunden... Hoffentlich war es nicht allzu langweilig zu lesen, ich weiß ich finde nie so richtig den Punkt. Beim nächsten Eintrag geht es dann weiter mit meiner Reise nach Rubengera...

Ich hoffe es geht Euch allen gut!

Viele liebe Grüße 

Eure Laura :)

 

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