VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Annika  |  Chantal  |  Charlotte  |  Feli  |  Franzi  |  Fritz  |  Hanna  |  Laura H  |  Laura M  |  Lena  |

Lina  |  Maida  |  Mareike  |  Matthis  |  Merlit  |  Miri  |  Paul  |  Pauly  |  Rebekka  |  Renke  |  Tabea  |

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Und schon ist August

Autor: LauraMonpetain | Datum: 12 August 2018, 21:07 | 0 Kommentare

Ich blicke auf mein Handy: 8.10 Uhr. Verziehe kurz meinen Mund. Ich überlege: Soll ich oder soll ich nicht? Fragen, ob es nicht doch etwas für mich zu tun gibt.
Nein, sie wissen doch, dass ich mich langweile. Wenn ich etwas machen kann, sagen sie mir schon Bescheid. Ich überlege worüber ich denn nachdenken könnte... Ich blicke wieder auf mein Handy: 8.14 Uhr. Dann bekomme ich plötzlich doch etwas zu tun. Ich darf Patientenmappen heraussuchen. Ich freue mich.
Ich sitze wieder. Jetzt ist es 8.29 Uhr. Na das kann ja was werden, denke ich und fange an zu schreiben...


Es sind wieder Ferien. Und ich bin wieder im Krankenhaus.
Eigentlich muss ich in diesen zwei Wochen nicht mehr hier hin. Pastor Jerome sagte mir schon, als ich in den ersten Ferien hier war, dass ich die letzten Ferien zur Vorbereitung nutzen kann. Aber ich dachte mir, was soll ich vorbereiten bzw machen? Zwischen 8 und 12.30 Uhr, würde ich sicherlich nichts machen, außer im Bett zu liegen. Um jemanden zu besuchen ist es noch zu früh. Fürs Waschen auch. Und Kochen würde ich dann vielleicht gerade anfangen. Koffer packen mache ich in den zwei Wochen eh noch nicht und dann, dachte ich mir, kann ich auch ins Krankenhaus gehen, anstatt meine letzten Tage zu verschlafen. Obwohl ich mich jetzt frage, ob es nicht fast sinnvoller wäre, jeden Tag auszuschlafen, als nur rumzusitzen.
Aber, so schaffe ich es wenigstens, mal wieder (, upps sind doch ungefähr neun Monate vergangen,) einen Blogeintrag zu schreiben.

Wenn die Schule wieder anfängt, habe ich noch vier Tage bis ich wieder zurück fliege. Zurück fliege... wohin den? Ich weiß nicht mehr, wo ich mich mehr Zuhause fühlen werde. In Deutschland oder hier? Ich blicke eher mit einem mulmigem Gefühl auf meinen Rückflug. All das hier in so kurzer Zeit schon zurückzulassen und vor allem nicht zu wissen, für wie lange der Abschied ist, fühlt sich sehr hart an.
Trotzdem weiß ich, dass ich versuchen muss, mit der gleichen offenen Einstellung, wie ich hergekommen bin, auch wieder zu gehen. Damit lässt es sich auch schon etwas besser leben. Und ein wenig freue ich mich dann ja doch auf Deutschland.

Als Abschied habe ich bisher geplant, meine drei wichtigsten "Menschengruppen" jeweils zu mir nach Hause zum Essen einzuladen. (Teilweise ist dies nun in den letzten Tagen geschehen.) Das wäre einmal die Wohngemeinschaft rund um meiner Mentorin Sister Marie-Jeanne. Dann noch meine zwei engsten Freunde Edith und Betty, mit denen ich auch in der nusery school zusammen arbeite und im gleichen Chor singe. Und wahrscheinlich auch die Familie von Pastor Jerome. Zusätzlich hatte ich überlegt meinen Chor einzuladen, weil in ihm viele meiner anderen Freunde singen und er mir insgesamt sehr wichtig ist. Aber ich bin mir noch nicht sicher, in wie weit ich das bewältigen kann, so viele Gäste zu begrüßen. Außerdem wurde mir jetzt schon häufiger erzählt, dass am 21. (, am 23. fliege ich,) eine Abschiedsparty für mich stattfinden wird. Genaueres dazu weiß ich aber noch nicht...
Auf jeden Fall hoffe ich, dass das alles das Gegenteil zu diesem Vormittag wird, der ja nicht allzu aufregend ist...

Ich versuche (, wirklich nur "versuche",) in diesen unaufregenden Stunden, meine letzten Monate nochmal kurz zusammen zufassen, um den Blog, auch wenn ich kurz vor der Rückkehr stehe, trotzdem vollständig zu beenden. (Mein "brillantes" Zeitmanagment hat sich nicht geändert. Wie in der Schule, mach ich alles auf den letzten Drücker...)


Auf bald, Laura

Übrigens ist es jetzt 9.52 Uhr. Also wenn die Zeit dann immer so schnell umgeht, werde ich vielleicht doch noch den einen oder anderen Beitrag hochladen...

(Auf Grund von "Hochlade-Störrungen" sind nochmal ein paar Tage vergangen und statt Dienstagmorgen, ist es Sonntagabend. Aber ich dachte mir, ich veröffentliche ihn trotzdem.)

 

Angekommen...?!

Autor: LauraMonpetain | Datum: 30 November 2017, 11:21 | 2 Kommentare

Hallöchen, 

da melde ich mich auch schon wieder!

 

Vielleicht fragt Ihr Euch, wie es zu meinem Titel kommt? Ist ja eigentlich klar: In Ruanda angekommen, bin ich abends am 26. August. Aber ich habe herausgefunden, sich an einem Ort zu befinden, ist eine ganz andere Sache, als wirklich "angekommen" zu sein. (Nachdem es uns bei den Seminaren auch von Ehemaligen- Freiwilligen" erzählt wurde.)

Von Anfang an habe ich mich ziemlich wohl gefühlt in Remera Rukoma. Nach dem ersten Schock auch in meinem Haus. (Wahrscheinlich übertreibe ich mit "Schock" auch etwas und wenn, war er auch nur für ein paar Stunden.) Allerdings war natürlich alles neu für mich. Es ging mir wirklich gut, aber trotzdem merkte ich mit der Zeit, dass ich das Bedürfnis bekam, etwas zu tun, was nicht wieder aufregend oder neu ist und mich die gefühlte "ganze Welt" dabei beachtet. Es entstand zwar langsam ein Alltag, jedoch war jeder Tag, auf seine eigene Art und Weise, anders. Jetzt kann ich sagen, nachdem ich ein paar ältere Tagebuch-Einträge gelesen habe, dass das auch gut so ist. Hinter jedem Tag verbirgt sich eine kleine Erinnerung. (Ja überraschender Weise schaffe ich es hier Tagebuch zu schreiben bzw so etwas ähnliches.) Ich habe mir aber unbewusst gewünscht, an etwas mehr Normalität zu gelangen. Jeder Einkauf, abgesehen von Brot, Eiern und Milch, war immer noch nichts alltägliches und meist war auch eine andere Person dabei. 

Den gesamten November über, gab es immer mehr Momente, in denen ich danach merkte, dass ich etwas geschafft habe. Es begann damit, dass ich in einem Laden, in dem ich noch nicht oft war, alleine Öl und Toilettenpapier einkaufte und woanders Margarine. Das hört sich wahrscheinlich bescheuert an und isses vielleicht auch, weil es nun wirklich nicht die Welt ist. Aber schon auf dem Weg nach Hause, habe ich mich innerlich sehr gefreut und spürte sogar so etwas wie Stolz aufkommen. Es folgten mehrere Einkäufe und mein erster alleiniger Marktbesuch. (Vor dem hatte ich einen großen Respekt, weil meine Mentorin vorher immer sagte, dass dieser für mich zu schwierig wäre, u.a. auf Grund der Sprachbarrieren. Da der Markt nur einmal in der Woche stattfindet, war es zuvor immer kein allzu großer Aufwand gewesen, mich zu begleiten.) Letztenendes dauerte es keine zehn Minuten, bevor ich im Besitz war, von allem was ich brauchte. Überall wurde mir der selbe Preis gesagt, wie er auch in den vorherigen Wochen war. Die Marktverkäuferinnen waren allesamt sehr nett und freuten sich, dass ich es auf Kinyarwanda versuchte.

Der entscheidenste Augenblick aber, spielte sich auf der Rückfahrt von Chantal, in Rubengera, zu mir nach Hause ab. Gleich nachdem ich in den Bus stieg, sprach mich ein aus Ruanda stammender Amerikaner an. Mit ihm unterhielt ich mich dann auch während der nächsten 1,5 Stunden. Er erzählte mir, wie lange er schon in den USA lebt und von seinem Leben dort. (Es war sein erster Besuch in Ruanda, seit langer Zeit. Wenn ich mich richtig erinnere, dauerte dieser drei oder vier Wochen. Ist aber auch nicht so wichtig...) Jedenfalls kam er irgendwann darauf zu sprechen, was er gerade alles vermisst. Zum Beispiel Pizza oder den "Highway", auf dem die Autos und Busse schneller fahren dürfen, als hier. Außerdem stellte er mir kleine Fragen, wie z.B. ob mein Platz nicht ungemütlich sei oder sprach mit mir über die schöne vorüber ziehende Landschaft. (Er hat also auch viele Dinge aufgezählt, die er an Ruanda liebt.) In diesen Momenten ist mir aufgefallen, wie "normal" doch so vieles für mich geworden war. Klar vermisse ich Pizza, aber es reicht mir, wenn ich sie an besonderen Tagen in Kigali esse. (Außerdem haben Chantal und ich herausgefunden, wie man Pizza in der Pfanne machen kann. Jetzt kann ich bei mir Zuhause Pizza machen, auch wenn sie dann ohne Käse ist. Schmeckt aber trotzdem!) Und ja, vielleicht ist dieser ausklappbare Sitz nicht das bequemste. Aber ich saß so oft schon eingequetscht zwischen Leuten, dass ich das "vielleicht unbequeme" gar nicht bemerkte. Der Bus fährt für mich auch nicht langsam, sondern hat ein angemessenes Tempo. Und die Landschaft ist natürlich unbeschreiblich, dass ich es oft nicht realisieren kann, wie schön sie ist. Jedoch selbst dieser Moment, des "Realisierens", ist nicht neu für mich.

Ich will damit gar nicht sagen, dass ich genau jetzt "richtig angekommen" bin, dass ist wahrscheinlich ein langer Prozess. Ich kann aber sagen, dass ich mich gerade sehr "angekommen" fühle! (Totzdem passiert natürlich noch viel neues. Dies kann ich jetzt aber wieder mehr genießen, denke ich.) Über dieses Gefühl, bin ich wirklich sehr glücklich und dankbar, es haben zu dürfen!!!

Das ist jetzt kein aufregendes Highlight, wie eine Hochzeit, über das ich heute geschrieben habe. Es sind für mich aber sehr bedeutende Momente, die ich gerne mit Euch teilen wollte! Ich hoffe es ist einigermaßen rübergekommen, da es schwierig ist, solche Gefühle in Worte zu verpacken! 

Jetzt freue ich mich gleich, wenn der Regen endlich eine Pause einlegt, nach Shyogwe-Cyakabiri zu fahren, um Felis Geburtstag zu feiern.

 

Vielen lieben Dank für Euer Interesse! Bei Fragen, immer gerne fragen!

Bis bald

Eure

Laura

 (weiter)

 

Mein (schon wieder verschwundener) Alltag

Autor: LauraMonpetain | Datum: 22 November 2017, 17:47 | 0 Kommentare

Hallo ihr Lieben!

Das ist jetzt auch wirklich der letzte Eintrag für heute! Aber ich dachte mir, jetzt lade ich auch noch den letzten vorgeschriebenen hoch. Sonst vergesse ich es wieder und "schwupps" sind Monate vergangen...

Ich habe mir überlegt, ich berichte Euch mal etwas von "meinem Alltag", wenn ich ihn den so überhaupt nennen durfte. Dieser hat sich jetzt auch schon wieder geändert, weil die langen Ferien begonnen haben.

 

Also laut meinem Stundenplan sollte ich um 7.20 Uhr an der Schule sein. Allerdings ist dann meistens noch nicht mal eine der zwei Lehrerinnen da. Daher habe ich dies jetzt zu meiner "persönlichen und offenen Ankommensphase" getauft. Je nachdem wie früh ich aufstehe, bin ich dann um 20 nach da oder auch erst um halb. Aufstehen war geplant für 6.30 Uhr. Das hat nur leider schon am ersten Tag nicht geklappt. Eigentlich steh ich jetzt immer so zwischen 6.45 Uhr und 6.55 Uhr auf. (Bei Letzterem muss ich aber wirklich den "Turbo-Gang" anstellen, um noch einigermaßen pünktlich in der Schule anzukommen.) Zum Frühstück esse ich meistens leckeres, süßes Brot. Manchmal gibt es dazu Avocado, ein Ei, etwas Zimt oder auch Schokocreme. (Die Schokocreme konnte ich mir bei Chantal in Rubengera kaufen und sie ist wirklich himmlisch und nicht allzu teuer, im Gegensatz zu Nutella!) Mein Schulweg ist keine fünf Minuten lang, weswegen das mit meinem Zeitplan auch gut hingehauen hat.

Am Anfang, wenn die meisten Kinder da sind, singen wir oft. Ein paar Lieder durfte auch ich schon beibringen. (Wer gute englische oder französische Kinderlieder kennt, ich bin offen für alles.) Dann werden die Kinder meistens in zwei Klassen aufgeteilt. Die "Babys" (, alle zwischen drei und vier Jahren) und die "Älteren" (, die sind fünf oder sechs Jahre alt). Ich unterstütze dann immer in einer der beiden Klassen und übernehme u.a. kleine Unterrichtseinheiten, wie "big or small" oder helfe den Kindern beim Schreiben. (Richtig gelesen, in diesen jungen Jahren, lernen die Kinder hier schon richtig schreiben und rechnen. Das hat mich zu Beginn auch echt überrascht. Aber es ist noch nicht so strikter Unterricht, wie dann wohl später in der "Primary und Secondary School".) Gegen 10 Uhr ist dann Pause. Erst trinken die Kinder ihren mitgebrachten Porridge und dann geht es nach draußen, zum spielen. Das ist für mich immer die schönste Zeit, weil ich es liebe mit den Kindern herumzualbern, herumzurennen (oder auch vor ihnen wegzurennen), Klatschspiele zu spielen und und und... Danach geht es mit dem Unterricht, noch bis 11.40 Uhr, weiter. In diesem Teil lese ich öfter mal ein Buch vor. Damit die Kinder es verstehen natürlich auf Kinyarwanda. Daran, ob sie es dann tatsächlich auch verstehen, habe ich aber so meine Zweifel. Mein Kinyarwanda ist nämlich noch sehr ausbaufähig. Dann geht es auf nach Hause. Hier koche ich dann mein Mittagessen, wasche oder tue sonstiges Zeugs, je nachdem, wann die nächste Stunde in der "Secondary School" beginnt. 

In der "Secondary School" habe ich insgesamt sieben unterschiedliche Klassen. Alle drei Klassen in Senior 2, die beiden Klassen in Senior 3 und je in Senior 4 und Senior 6, die Klasse mit der Richtung "EKK". (Genaueres zur Schule und was genau das mit den Richtungen bedeutet, schreibe ich ein anderes Mal.)

Ich hatte ja schon berichtet, dass ich da alleine unterrichte, bzw. ja nicht wirklich unterrichte, sondern mit den Schülern vor allem ins Gespräch kommen soll. Meine Ideen für die Gestaltung der Stunden hielten sich aber sehr in Grenzen, sodass ich froh war, "Die Bremer Stadtmusikanten" auf Englisch dabei zu haben. Das füllte dann die ersten Stunden, nachdem ich mit Vorstellung und Namensliste fertig war. Und ja ich muss zugeben, ich habe wirklich fast das selbe mit jeder Klasse gemacht, aber es wurde trotzdem im jeder anders. So manches Mal dachte ich mit aber auch: "Oh Gott Laura, was erzählst Du hier eigentlich gerade für nen Schrott?" Aber irgendwie wurde dann doch in jeder Stunde was gemacht. In wie weit das wirklich produktiv war, ist dann aber eine andere Frage.

Wahrscheinlich wäre es um einiges nervenaufreibender geworden, wenn die Schüler, ich wiederhole mich, nicht so klasse wären! Dadurch hat es mir echt Spaß gemacht vor allem nach den Stunden war es sehr amüsant. Wenn wir z.B. Fotos gemacht haben, wo dann aus irgendeinen, mir nicht erschließbaren Grund, ein Regenschirm mit drauf war oder ich "live", bei einer von ihnen nachgespielten Show, zugucken durfte. (Ich habe nichts verstanden, aber es war unendlich witzig! Vor allem als plötzlich der Schulleiter im Raum stand und alle, außer eine, sich hingesetzt hatten, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Die vorne stehen geblieben war, hat sich dann auf Englisch vorgestellt. Dann erst hatte ich kapiert, dass sie wohl eigentlich gerade lernen sollten und habe ihre dann daraufhin eine Frage gestellt. Dadurch dachte der Schulleiter, dass ich noch im Unterricht sei und hat sich schnell wieder verabschiedet.)

Seit einem knappen Monat, habe ich allerdings keinen Unterricht an der "Secondary School" mehr, da erst Examen geschrieben wurden und sie seit dem schon frei haben. In der "Nursery School" wurden etwas später ebenfalls kleine Examen geschrieben, jedoch in abgeschwächter Form. Neben Schreiben und Rechnen mussten sie auch u.a. Lieder vorsingen. Sie alle mussten nur noch einmal letzten Freitag zur Schule, um ihre Zeugnisse abzuholen und dann waren sie offiziell in ihre wohlverdienten Ferien entlassen. 

Normalerweise habe ich nach der Schule sonst unterschiedliche Leute besucht oder bekam selbst Besuch. Der Chor ist zu meinem Highlight in der Woche geworden, zu dem ich jeden Mittwoch und Freitag gehe. Besonders schön ist auch, dass vorher oft ein paar Mädels aus dem Chor vorbei kommen. Der Chor heißt "Power of God" und ist von den Mitgliedern her völlig durchmixt. Im Durchschnitt sind die meisten aber zwischen 15 und 30 Jahre alt, würde ich so zumindest einschätzen.

Am Wochenende steht auch meist immer etwas an. Sei es eine Hochzeit, ein Besuch bei anderen Freiwilligen oder eine "Wahlpsrty". Mit der Ausnahme des vorletzten Wochenende, wo ich nur den Gottesdienst besucht habe, gab es noch keins ohne Programm. (Ich versuche in einem der nächsten Einträge mal über meine Highlights zu schreiben, weil ich doch schon so einiges erleben durfte...)

Letzte Woche habe ich z.B. spontan die Chantal besucht, weil das die Woche war, in der keine Schule stattfand, selbst nicht in der "Nursery School" und ich mich dann doch ziemlich gelangweilt habe. So bekam ich die Chance mal einen Blick auf ihre Schule werfen zu können, auch wenn dort leider auch nicht allzu viel los war, weil, wie auch bei mir, nicht mehr richtig unterrichtet wurde. 

Das Wochenende verbrachte ich dann in Kigali, wo ich etwas "Weihnachtsfeeling" bekommen habe, weil wir nach dem Freiwilligen-Empfang der Deutschen Botschaft, am Samstag den deutschen Weihnachtsmarkt, besucht haben.

Ein paar sehr schöne Tage liegen also hinter mir! Mein Ferienprogramm hat diese Woche gestartet und ich bin sehr gespannt, wie es sich entwickelt und was sonst noch so bei mir passiert!

Jetzt ist dann auch erstmal Schluss. Ich versuche mich aber, in nicht allzu langer Zeit wieder zu melden!

Bis dahin wünsche ich Euch allen, dass ihr die schöne Vorweihnachtszeit, mit nicht zu viel Stress, genießen könnt!

Viele liebe Grüße, aus dem gerade regnerischen Ruanda und bis bald!

Eure

Laura (Hier nur "Laula" genannt, falls ich es Euch noch nicht geschrieben hatte...)

 

Schule, Einkaufen und die erste Chorprobe

Autor: LauraMonpetain | Datum: 22 November 2017, 14:59 | 0 Kommentare

Mwiriwe!

Heute komme ich endlich dazu, mit meinen Blogeinträge etwas aufzuholen.                                                                                     Also: Mein vierter Blogeintrag...

 

Nach meiner ersten Nacht alleine, ging es morgens endlich zum Einkaufen. Dieses Mal aber zusammen mit meiner Mentorin Sister Marie-Jeanne. Sie hat mir die "Congo-Street", die Straße, wo ich die meisten Läden finden kann, genauer gezeigt. Hier konnte ich all die wichtigen Dinge, wie Reis, Mehl, Kartoffeln oder Zucker kaufen. (Vor allem der Zucker ist hier im Besonderen wichtig. Viele mischen in ihren Tee immer mindestens zwei gehäufte Teelöffel. Mindestens! Sehr komisch werde ich dann oft angeguckt, bei meiner Menge Zucker im Tee: kein halber Teelöffel.)

Am Sonntag (, den 10.09.,) war ich das erste Mal "bei mir" im Gottesdienst. Dieser war überraschend kurz! Er ging nur so ungefähr 2,5 Stunden. Wobei es für mich dann doch über drei Stunden wurden, weil ich noch zum Abendmahl geblieben bin. Innerhalb des Gottesdienstes habe ich mich vorne vorgestellt. Es gab mir echt ein schönes Gefühl, dies auf Kinyarwanda tun zu können. (Hierfür ein "großes Danke" an Angelique, für den tollen Sprachkurs! ) Meine Vorfreude für den Montag wurde dann immer größer, weil dies mein erster, richtiger Arbeitstag werden sollte. (Ich konnte es selbst kaum glauben, ich freute mich auf einen Montag. Einen MONTAG?!)

Morgens hatte ich schon Angst zu spät zu kommen. Diese Angst war aber völlig unbegründet, weil als ich ankam, noch niemand da war. Ich wurde dann etwas später, von den zwei "Nursery School" Lehrerinnen sehr nett begrüßt. (Übrigens habe ich jetzt herausgefunden, dass man "Nursery" schreibt und nicht, wie ich es zuvor immer geschrieben hatte, "Narcary". Entschuldigung dafür!) Ich musste dann direkt eine Familie und noch einen Jungen in groß malen. Meine Zeichenkünste halten sich ja bekanntlich in Grenzen. Allerdings sind die Lehrerinnen begeistert. Daher habe ich in den ersten Wochen unzählige Plakate gestaltet, die jetzt das Klassenzimmer schmücken, wenn sie nicht gerade wieder herunter gefallen sind. Erstaunlicherweise muss ich zugeben, dass es mir mit der Zeit sogar Spaß gemacht hat!                                                                 In der Pause war ich wieder umringt, von all den kleinen Kindern und es kamen auch immer mehr ältere Schüler dazu. Zu Beginn war das ein eigenartiges Gefühl. Nachdem aber ein Gespräch entstanden war, verschwand es schnell und es wurde sehr witzig. Vor allem, weil ich dann all meine Kinyarwanda Sätze rausgehauen habe, die ich aber noch nicht allzu richtig aussprach.                

Nach der "Nursery School" aß ich Zuhause und meine Küchenausstattung wurde etwas verkleinert. Der Haushälterin war nämlich aufgefallen, dass ich die "Servier-Töpfe" zum kochen benutze. Das geht natürlich nicht und jetzt habe ich zwar nicht mehr allzu viel, jedoch steht dafür halt auch weniger rum. (Die Haushälterin kocht normalerweise für die Gäste, da ich mich kulinarisch aber selbst verwöhne, pflegt sie jetzt vor allem den Außenbereich und macht sonst noch allerhand. Glücklicherweise konnte ich alle aber davon überzeugen, dass ich selbst kochen, meine Klamotten waschen und das Haus sauber machen kann.)                      

Nachmittags bin ich dann zur "Secondary School" (, die steht auf dem selben Gelände, wie die "Primary und Nursery School"). In der ersten Woche ist meine Mentorin mit mir noch durch alle Klassen gegangen, die ich ab der nächsten Woche dann alleine im Unterricht hatte. Die Vorstellung war jedes Mal ein kleines Highlight und hat mir großen Spaß gemacht! Die Schüler kamen auf so allerhand witzige und ungewöhnliche Fragen, wie welche Bodyloation ich benutze und ob ich verheiratet bin.

Den Mittwoch (, der 13.09,) möchte ich nochmal etwas hervorheben, weil der mir im Besonderen in Erinnerung geblieben ist:

Am Mittwoch ging es morgens das erste Mal zum Markt. In Remera Rukoma findet jeden Mittwoch immer ein gar nicht so kleiner Markt statt. Hier konnte ich dann zusammen mit meiner Mentorin etwas mehr Obst und Gemüse kaufen. Nachmittags hatte ich in der Klasse "Senior 4 EKK" eine Stunde, in der ich an meinem allerersten Tag in der Schule schon war. Deswegen hatte ich mich vorher schon gefragt, was wir (, meine Mentorin und ich,) dieses Mal machen würden. Das war eine sehr gute Frage, denn als wir vor dem Klassenraum standen, meinte sie zu mir, dass ich die Klasse ja schon kenne und daher einfach eine "Conversation" mit ihnen machen soll. ALLEINE. Plötzlich fand ich mich also, vor etwa 40 bis 50 Schülern, etwas planlos im Klassenzimmer wieder. Ja gut, dachte ich mir, dann lass dir mal schnell etwas einfallen... Ich habe mir dann überlegt, dass Ehrlichkeit bekanntlich am längsten währt und ihnen gesagt, dass ich etwas überrascht bin, mit ihnen alleine zu sein und ob sie eine Idee haben, was wir die Stunde jetzt machen könnten. Wir haben uns dann auf ein Lied geeinigt. Also habe ich den Refrain von "Let her go", weil mir das als erstes eingefallen war, einfach an die Tafel geschrieben. Ich habe ein bisschen drüber geredet und schließlich haben wir es noch gemeinsam gesungen. Danach beantwortete ich ausstehende Fragen der Schüler, über dieses und jenes. Ausversehen habe ich dann auch glatt 30 Minuten überzogen, weil ich dachte, dass der nächste Lehrer schon kommen würde. Der Lehrer kam nicht. Sie hatten danach in einem anderen Raum Unterricht. Was mir irgendwann eine Schülerin verraten hat. Ich habe aber von keinem Lehrer je was gehört, dass ich 3/4 seiner Stunde geklaut habe, also war es wohl nicht so schlimm. Alles in allem war es also wirklich eine witzige, erste, "alleinige" Stunde, da die Schüler zum Glück alle gut drauf waren (und sind)!    

Nach der "Secondary School" habe ich mich überwunden und bin alleine Brot einkaufen gegangen. Natürlich hatte der Brotladen, gerade an diesen Tag geschlossen. So lief ich etwas verwirrt, auf der belebtestens Straße des Dorfes, umher, auf der Suche nach dem Brotladen, weil ich dachte, ich hätte ihn nur nicht gesehen. Ich konnte Brot aber zum Glück, sogar zum selben Preis, in meinem sogenannten "Milch&Eier"-Laden kaufen.                                                                                                   Auf dem Rückweg habe ich drei Mädels getroffen, die auf meine Schule gehen. (Das habe ich aber nur auf Grund der Schuluniform gewusst.) Sie haben mich angesprochen und wir haben uns sehr nett unterhalten. Sie sind auch noch kurz mit zu mir nach Hause gekommen und es war wirklich witzig, obwohl es echt größere Sprachbarrieren gab. Die ganze Zeit über habe ich versucht zu erklären, dass ich gleich zu einer Chorprobe müsse, weil die Lehrerin der "Nursery School" mich dorthin eingeladen hat. Und es sollte nicht so rüberkommen, als wenn ich sie rausschmeißen würde. Außerdem habe ich mich gefragt, ob die Drei jetzt vorhin in meinem Unterricht saßen oder nicht. (Jetzt weiß ich: Sie waren vielleicht in der Stunde, sind aber definitiv in einer anderen Klasse.) Um kurz nach fünf sind wir dann in Richtung Kirche gegangen. (Die Kirche liegt keine 30 Meter entfernt von meinem Haus.) Dort erst habe ich dann verstanden, dass sie auch in dem Chor singen. Darüber war ich echt froh, weil so kannte ich bereits drei der neuen Gesichter. Alle Chormitglieder, die da waren, haben mich aber sehr freundlich aufgenommen! An dem Tag habe ich erstmal nur zugeschaut. Und ich muss sagen, der Chor ist wirklich gut und in jedem Falle besitzen vor allem die Solisten sehr schöne Stimmen! (Weil der Chor am Mittwoch bestimmt erst eine halbe Stunde nach Beginn angefangen hat zu singen, bin ich am Freitag danach, ohne Bedenken, erst zehn Minuten später da gewesen. Ich habe es bis heute nicht verstanden, wann pünktlich angefangen wird und wann nicht. Außer einmal, bin ich seit diesem Tag, aber immer auf die Minute dort gewesen, weil es mir echt unangenehm war, als ich an jenem Freitag zu spät war. War jetzt aber auch kein Weltuntergang...)

 

So oder so ähnlich sah meine erste Zeit hier aus...

Liebe Grüße

Eure

Laura

 

Das erste Mal Kigali & Endlich mein eigenes Haus

Autor: LauraMonpetain | Datum: 22 November 2017, 11:31 | 0 Kommentare

Hallöchen!

Jetzt melde ich mich endlich auch mal wieder! (Davor habe ich immer gedacht: "Jaja, als würde "man" keine Zeit finden Blog zu schreiben. Das schafft "man" doch locker jede Woche!" Ich muss aber zugeben, dass sich meine Meinung geändert hat. Die Momente, die ich zum chillen habe, nutze ich dann auch lieber dafür.)

Diesen Eintrag, wie auch die nächsten zwei, habe ich allesamt schon am 27. Oktober vorgeschrieben gehabt. Daher hat sich manches auch schon wieder verändert, aber darüber werde ich in Kürze berichten.

 

Ich bin dabei stehen geblieben, dass ich an meinem zweiten Mittwoch in Ruanda, endlich in mein Haus konnte. Zu diesem Zeitpunkt, es war früher Morgen, konnte mein Kopf es allerdings noch nicht so richtig aufnehmen, dass das hier mein neues Zuhause werden würde. Wir, damit meine ich Pastor Jerome, den Fahrer und mich, waren nämlich auf den Sprung nach Kigali zu fahren. Ich habe mich also viel mehr darauf gefreut, als groß auf das Haus zu achten.

In Kigali sind wir dann zuallererst zu der Deutschen Botschaft gefahren. Glücklicherweise konnte ich hier den benötigten Zettel, auch für die drei Anderen gleich mitnehmen. (Die Drei hatten die letzte Nacht zusammen bei Feli, in Shyogwe, verbracht.) So konnten sie sich den Weg sparen und ich traf sie direkt beim MINAFFET ("Ministry Of Foreign Affairs"). Hier gaben wir all unsere vorbereiteten Dokumente ab und das war es dann auch schon, was wir an diesem Tag für unser Visum tun konnten.

Wir sind dann zu viert losgezogen. Unser erstes Ziel war: ESSEN. Das soll jetzt überhaupt nichts gegen das ruandische Essen sein, aber nach 1,5 Wochen, war es dann doch einfach ein Hammergefühl in einen Burger reinzubeißen!

Für die nächste Nacht haben wir uns dann aufgeteilt: Chantal ist mit zu Feli und Renke hat die nächste Nacht in Remera Rukoma verbracht. Zuhause angekommen, musste ich erstmal richtig realisieren, dass ich hier die nächsten zwölf Monate leben würde. (Ich war froh überhaupt angekommen zu sein! Zuvor war ich immer nur mit Jemanden von hier rumgelaufen, außer dem einen Mal, von dem ich berichtet hatte. Deswegen hatte ich zwischendurch etwas Bedenken, aber es hat ja geklappt.) Das Haus ist wirklich groß, u.a. habe ich vier Schlafzimmer. Normalerweise ist es das Gästehaus der Kirche. Daher kann es auch sein, dass ich innerhalb des Jahres Mitbewohner bekomme oder nach dem Gottesdienst, in meinem Wohnzimmer, mit Gästen, gegessen wird. (Natürlich kam es zum ersten Mittagessen in meinem Haus, als ich das Wochenende nicht da war. Und natürlich wurde mir erst am Abend davor Bescheid gesagt, sodass ich keinerlei Möglichkeit mehr hatte, irgendwie etwas aufzuräumen. Das wurde dann für mich erledigt und es war mir schon etwas unangenehm...)

Am nächsten Morgen sind Renke und ich losgegangen, um unser Frühstück zu kaufen, weil ich ja noch nichts im Haus hatte. Danach hatte ich meinen ersten Tiefpunkt, weil das leider so überhaupt nicht abgelaufen war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Ergebnis war, dass es statt der, sich von mit erhofften, Pfannkuchen, "nur" Brot mit Marakuja gab. (Die Marakujas hatte ich bereits mit meiner Mentorin auf der Rückfahrt von Rubengera gekauft.) Allerdings war das Brot sehr lecker und so stieg meine Laune langsam wieder an.

Irgendwann sind wir dann auch los, einen Bus zu suchen, um wieder nach Kigali zu fahren. Nach einer gefühlten Ewigkeit, ging die Fahrt dann auch endlich los. Wobei wir sogar noch etwas Glück hatten, weil der Bus losfahren, obwohl er noch nicht voll war. (Ich werde bald nochmal genauer schreiben, wie das hier mit dem Busfahrt abläuft.)                                                  Endlich angekommen konnten wir alles mit dem Visumrelativ schnell erledigen. Weil wir uns überlegt hatten, diesmal die Nacht auch in Kigali zu verbringen, sind wir dann erstmal zu unserem Hostel gefahren, was wir uns ausgesucht hatten. Später am Abend haben wir noch die Ehemalige-Ruanda-Freiwillige Einige getroffen. Mit ihr hatten wir einen sehr schönen Abend und nächsten Tag. Sehr cool war es auch, dass sie uns nochmal "Tipps vor Ort" geben konnte und leckere Restaurants gezeigt hat.                                                               Nachdem wir am nächsten Mittag lecker gegessen haben, (PIZZA,) ging es auch schon wieder zurück. Am wirklich großen Busbahnhof trennten sich dann unsere Wege. Ich hatte ein echt eigenartiges Gefühl, als ich alleine im Bus saß und dachte mir, dass es jetzt wohl so richtig losgeht...

 

Hier mache ich mal einen Cut und berichte von meiner ersten Zeit Zuhause, in meinem nächsten Eintrag.

Ich hoffe es geht Euch allen gut!

Ganz viele liebe Grüße 

Eure

Laura 

 

1 2  vor»