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Meine Reise nach Rubengera

Autor: LauraMonpetain | Datum: 20 September 2017, 16:06 | 0 Kommentare

Mwiriwe!

Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal davon berichten kann, was mir gerade passiert ist und ich nicht überlegen muss, wie genau das den nochmal vor drei Wochen war...

Naja, ich hatte ja damit aufgehört, dass ich meinen großen Rucksack gepackt hatte. Am nächsten Morgen waren auch alle so ein bisschen überrascht, als ich mit dem großen Ding auf den Rücken geschnallt, aus meinem Zimmer kam. Auf die Nachfrage, ob ich das den wirklich alles brauchen würde, antwortete ich mit einem lauten "Yego". Denn ich wusste ja nicht, was da auf mich zu kommen würde und deswegen haben ich vorsichtshalber alles, was ich so für wichtig hielt, eingepackt. (Dabei hatte ich am Abend schon jede Menge aussortiert. Trotzdem waren es wohl viele Sachen, die ich da mitschleppen wollte, denn der Rucksack war voll.) Stolz verkündete ich, als wir wenige Minuten später vor zwei Moto-Taxis standen, dass es überhaupt kein Problem sei mit dem Rucksack und ich ihn während der Fahrt einfach auf dem Rücken geschnallt haben würde. Die erste Minute war ich davon auch noch überzeugt. Die restlichen 19 Minuten nicht. Sie wurden eine einzige Qual und waren schlimmer als das härteste Basketball-Training! (Ich übertreibe dabei auch vielleicht nur ein mini bisschen, denn die Fahrt war wirklich sehr anstrengend.) Ich hatte nämlich erstens die Länge der Strecke nicht bedacht und zweitens nicht, dass es immer wieder steil hoch und runter geht. (Das vielleicht einzig gute daran war, dass ich am nächsten Morgen einen ordentlichen Muskelkater hatte, mein Körper also endlich mal wieder so etwas wie Sport gemacht hatte.) Danach sind wir in einen kleinen, sehr engen, Bus gestiegen und nach Muhanga gefahren. Dort habe ich mir erst einmal eine ruandische SIM-Karte gekauft, die ich hier zum telefonieren und SMS schreiben benutze. (WhatsApp funktioniert weiter über meine deutsche Nummer.) Kurze Zeit später, ging es in einem etwas größeren Bus weiter nach Rubengera. Während der Fahrt hat es so Spaß gemacht, einfach aus dem Fenster zu schauen und den Ausblick zu genießen! Mit den vielen Hügeln, wird Ruanda dem Spruch: "Land der tausend Hügel", wirklich gerecht.

Angekommen in der Community  wurde mir mein Zimmer für die nächsten Tage gezeigt. Ich habe mich so gefreut! Mein Zimmer war relativ groß, hatte zwei Betten und ein tolles Badezimmer mit einer Dusche. Ein Traum! Am Nachmittag hat mich dann Chantal besucht, die VEM-Freiwillige aus Rubengera. Es war echt schön einfach mal so, auf Deutsch, quatschen zu können und sich über die letzten Tage auszutauschen. Obwohl wirklich keine großartig lange Zeit vergangen war, ist bei uns beiden doch schon so einiges passiert. 

Die anderen Schwestern hier sind alle sehr nett, offen und super gut drauf! Es war mir ein großes Vergnügen zusammen mit den jüngeren Schwestern den Abwasch zu machen. Außerdem habe ich abends noch einen anderen Freiwilligen kennengelernt, der in der Community wohnt und so habe ich an diesem Tag, im Gegensatz zu den vorherigen, wieder sehr viel Deutsch gesprochen. Das war echt komisch.

Am nächsten Morgen bin ich zu der Morgenandacht der Sisters und nach dem Frühstück, hat mich Sister Marie-Jeanne, meine Mentorin, zu der Nacary school (Kindergarten) der Community gebracht. Hier war ich dann die nächsten Stunden und besonders die Pause hat sehr viel Spaß mit den Kindern gemacht! Nachmittags hat mich Sister Marie-Jeanne in Rubengera ein bisschen rumgeführt und ich habe u.a. die TSS (, ich glaube Technical Secondary School,) besucht. Hier wurde mir sehr lieb von zwei Schülern alles gezeigt.

Am Freitag waren wir dann vormittags beim Kivu-Lake, der größte See Ruandas im Westen des Landes. Wir haben sehr lecker in einem Restaurant Pommes, mit Fisch gegessen. Ich habe dazu Unmengen an Ketchup verdrückt, weil das einfach so schön war, mal etwas, was ich in Deutschland auch gerne esse zu essen. Ich muss schon sagen Essen vermisse ich wirklich sehr! Einen kurzen Stop haben wir dann noch in Kibuye eingelegt und waren dort auf einem Markt. Später habe ich dann Chantal in ihrem Gästehaus besucht.

Samstag war dann der große Tag von meiner Mentorin. Sie hatte mit einer anderen zusammen eine große Feier, weil sie nach zehn Jahren, endlich das weiße Kopftücher bekam, was zuvor die Jahre blau gewesen war. Es waren jede Menge Leute da und ich habe sogar das eine oder andere bekannte Gesicht aus Remera Rukoma gesehen. Ich saß in der ersten Reihe, zum Glück saßen neben mir aber noch der andere Freiwillige und eine deutsche Familie, die dort ebenfalls lebt und in der TSS mitarbeitet. So hatte ich welche, die ich auch mal eben was auf Deutsch fragen konnte und die verstanden haben, dass sechs Stunden zu sitzen, echt wirklich ziemlich lang sind. Die nächsten sechs Stunden war dann nämlich volles Programm, mit vielen Reden, aber auch immer wieder Chor- und Tanzauftritte, die sehr schön waren und Abwechslung boten. Das Essen war dann aber wirklich der Hammer! Klar gab es alles, was es auch sonst immer so gibt, aber es gab Salat, Pommes und Mayonaise. Wirklich toll!

Der Gottesdienst am nächsten Morgen war dann, im Vergleich zu den sechs Stunden am Vortag, ziemlich kurz. Er ging nur so gute 2,5 Stunden.

Am Montag war dann auch schon mein letzter ganzer Tag erreicht. Ein großes Highlight war, dass die deutsche Familie mich nach dem Mittagsessen zu sich eingeladen hat. So kam ich in den Genuss von einem sehr leckeren Schokoladenkuchen. Den Nachmittag verbrachte ich mit Chantal und zwei von ihren Gastbrüdern. Das waren echt super Stunden und wir haben viel gelacht.

Dienstagmorgen sind wir dann schon wieder gefahren und ich war echt etwas traurig, weil ich mich in der Community sehr wohlgefühlt habe. Aber da das ja erst der Beginn meines Jahres ist, ergibt sich bestimmt noch mal die eine oder andere Gelegenheit, wieder zu kommen. Diesmal habe ich beim Moto-Taxi auch nicht den Fehler gemacht den Rucksack auf den Rücken zu lassen. Dadurch wurde die Fahrt um einiges entspannter.

Die nächste Nacht habe ich dann nochmal in dem Haus von Pastor Jerome verbracht, bevor ich am nächsten Morgen das erste Mal in mein Haus konnte, mit Pastor Jerome nach Kigali fuhr und die anderen Drei, auf Grund des Visums, wiedersah...

Aber davon schreibe ich beim nächsten Mal. 

Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass ich in diesem Beitrag, dem vorherigen und allen die noch folgen werden, nur aus meiner persönlichen Sichtweise heraus schreibe. Das heißt, dass es jedem Anderen, der in Ruanda ist, anders als mir ergehen kann oder anders Dinge beschreibt. Deswegen bitte ich Euch darum, dass was ich schreibe, nicht auf ganz Ruanda zu pauschalisieren oder womöglich sogar auf den ganzen Kontinent Afrika. Denn das hier ist wie gesagt, nur ein kleiner Einblick meiner Erfahrungen, die ich hier mache. Ich versuche, so gut es geht, dass auch schon so zu schreiben. Sicherlich wird mir dies aber nicht immer gelingen. Dafür entschuldige ich mich schon einmal im voraus! (Ich hoffe, dass ich das so verständlich und nicht zu umständlich geschrieben habe.)

Über Nachrichten und Kommentare freue ich mich sehr!

In Liebe,

Eure Laura





 

 

Meine ersten Tage...

Autor: LauraMonpetain | Datum: 15 September 2017, 16:06 | 2 Kommentare

Muraho ihr Lieben,

my name is Laura. Laura. Laaauurraaa. Yego Laula is okay. (So liefen die Gespräche in den ersten Tagen sehr oft ab. Mit dem Ergebnis, dass ich die nächsten zwölf Monate wohl von den meisten Laula genannt werde.)

Aber alles der Reihe nach...

Auf den ersten Stress mussten wir vier Ruanda-Freiwillige nicht lange warten. Die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen waren auch morgens zwischen vier und sechs Uhr ziemlich überfüllt und da wir in unterschiedlichen Schlangen standen, die nicht das selbe Tempo besaßen, war ich doch sehr erleichtert, als das Flugzeug gestartet ist und wir, mit sehr viel Glück, auch wirklich ALLE drinnen saßen! Der zweite Flug von Amsterdam nach Kigali begann dann auch um einiges entspannter. Als wir dann abends den Flieger verließen, kam mir direkt ein ganz anderer Geruch in die Nase, was vielleicht aber auch an dem Motor des Flugzeugs gelegen haben kann. Auf jeden Fall fühlte es sich echt etwas anders an. Bei dem gefühlten endlos langen warten auf das "VISA für 30 Tage" sind mir dann doch schon die ersten Zweifel gekommen und die Frage, was ich den hier eigentlich will? Diese lösten sich dann aber umgehend in Luft auf, als wir mit dem Gepäck endlich beim Ausgang ankamen! Dort wurden wir nämlich alle soo herzlich empfangen, trotz dessen, dass sie alle bestimmt schon mindestens zwei Stunden auf uns gewartet hatten. Ich musste mich dann sehr schnell von den drei Anderen verabschieden und "schwups" saß ich schon im Auto und die Fahrt nach Remera Rukoma begann.

(Wie ich da nämlich rausgefunden habe, heißt mein Ort "Remera Rukoma", um sich abzuheben von dem Stadtteil Remera in Kigali.)

Nach einer knappen Stunde Fahrt, auf der ich meine ersten Kinyarwanda Versuche ausprobierte, kamen wir an. Die ersten Nächte sollte ich noch im Haus von Pastor Jerome wohnen und dann in mein eigenes Haus ziehen. Es gab dann noch ein spätes Abendbrot, wo ich direkt u.a. Bohnen gegessen habe. (Wer mich kennt weiß, wie ich zu Bohnen stehe, bzw. stand.) Überraschenderweise haben sie mir gar nicht so schlecht geschmeckt. 

Ach bevor ich es vergesse: Am Flughafen hathen mich Pastor Jerome, den ich schon in Wuppertal kennengelernt habe, meine Mentorin Sister Marie-Jeanne und eine Freundin von ihr abgeholt. (Ich habe schon angefangen mir eine Namensliste zu machen, weil ich kann mir echt kaum einen Namen merken. Also um ehrlich zu sein, wirklich keinen... Das muss sich schleunigst ändern!)

Am nächsten Morgen ging es direkt einmal für so fünf Stunden in einen Gottesdienst. Es war aber ein sehr besonderer Gottesdienst, weil ein Pastor neu in eine Gemeinde eingeführt wurde und das wohl auch seine erste Pastorenstelle ist. Soweit ich das verstanden habe. Netterweise hat sich die gesamte Zeit über eine Pastorin um mich gekümmert und mir teilweise auch etwas übersetzt, weil der komplette Gottesdienst auf Kinyarwanda war.

Pastor Jerome hat sich dann nachmittags für die nächsten zwei Tage von mir verabschiedet. Den Abend habe ich dann mit seiner Ehefrau, zwei von deren Kindern und zwei Freunden verbracht. Es war sehr witzig, trotz der Sprachbarrieren, denn die fünf sprechen kaum englisch und mein Kinyarwanda hält sich ja auch noch in Grenzen. 

Die nächsten zwei Tage hat meine Mentorin mich dann im Ort eumgeführt und am Dienstag konnte ich sogar schon zu der Schule, an der ich für das nächste Jahr arbeiten werde. Vormittags bis mittags war ich im Kindergarten und habe dort beim Unterricht zugeschaut und schon das Lied "Head and shoulders, knees and toes" versucht den Kindern beizubringen. In der Pause wollten sich mich alle an der Hand halten, sollten aber eigentlich zur Lehrerin rennen. So blieb mir nichts anderes übrig, als mit einer langen Reihe von Kindern an jeder Hand umherzurennen. Dem Lachen der anderen Schülern zu Folge, war das wohl ein sehr amüsantes Bild. Mittags bin ich dann das erste Mal alleine "unterwegs" gewesen, weil ich alleine zum Mittagessen nach Hause gehen sollte. Nun ja, dass war dann auch vorerst das letzte Mal, dass ich alleine gegangen bin. Denn ich war so überrascht, von der riesigen Menge von Kindern, die mich umringt hat, dass ich glatt an meiner Straße vorbei gelaufen bin. In dem Moment, in dem mir das dann auch aufgefallen ist, hörte ich schon "Laula" und sah meine Gastmutter, die mich aus der Menge zog und mich nach Hause brachte. Nachmittags wurde ich dann von Mado, die im Haus arbeitet und mit der ich mich gut verstehe, zur Schule gebracht. Dort wusste aus irgendeinem Grund auch schon gefühlt jeder Bescheid, dass ich mich "verlaufen" hatte und allesamt fanden es ziemlich witzig. Ich bin dann mit meiner Mentorin, die auch eine Lehrerin an der Schule ist, erst in zwei Grundschulklassen gegangen. (Die Grundschule geht hier sechs Jahre.) Allerdings war es mit der Verständigung etwas schwer, sodass wir nicht allzu lange blieben. Lange blieben wir dann aber in einer vierten Klasse der Secondary school. Die Schüler haben ungefähr mein Alter und es war sehr lustig sich mit ihnen zu unterhalten und ihre Fragen zu beantworten. Wir alle schienen sehr viel Spaß in der Stunde gehabt zu haben und umso erfreuter war ich, als meine Mentorin mir später den Stundenplan für die Secondary school, wo ich immer nachmittags sein würde, gemacht hat und diese Klasse auch drauf stand! 

Nach der Schule haben wir noch einen kurzen Abstecher zu dem Kinderchor gemacht. Am Abend war dann auch Pastor Jerome wieder da und ich konnte ihn endlich fragen, ob es okay wäre, wenn ich für die nächsten Tage mit meiner Mentorin nach Rubengera reisen würde, um bei ihrer großen Feier dabei zu sein. (Meine Mentorin ist eine Sister und in Rubengera ist der Standort ihrer Community, wo die meisten Sisters leben.) Er erlaubte mir dies und so hieß es für mich am Abend wieder Rucksack packen. ( Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was es für eine schlechte Idee gewesen war, meinen großen Reiserucksack zu nehmen.)

Am nächsten Morgen ging es dann los...

Tut mir übrigens Leid, dass erst so spät mein erster Blogeintrag kommt, aber ich habe echt keine Zeit gefunden... Hoffentlich war es nicht allzu langweilig zu lesen, ich weiß ich finde nie so richtig den Punkt. Beim nächsten Eintrag geht es dann weiter mit meiner Reise nach Rubengera...

Ich hoffe es geht Euch allen gut!

Viele liebe Grüße 

Eure Laura :)